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Hintergrundinformationen

Warum besteht Handlungsbedarf beim Marktplatz?


Die Umgestaltung des Marktplatzes ist eine langjährige Forderung -nicht nur- der Oelder Händler. Damit soll die Aufenthaltsqualität optimiert, die Multifunktionalität für Veranstaltungen verbessert und die Frequenz in der Innenstadt erhöht werden.

Zugleich ist die Umgestaltung des Marktplatzes im Herzen einer Stadt auch immer ein wichtiges Bürgerthema. Zur der Entwicklung des Masterplans Innenstadt und der Umgestaltung des Marktplatzes fand daher ein umfangreiches Bürgerbeteiligungsverfahren statt, um Anregungen und Kritik aus der Bürgerschaft im Verfahren zu berücksichtigen. Das Bewertungsgremium unter Beteiligung von Politik, Handel und externen Fachleuten hat sich einstimmig für den Vorentwurf des Büros BSL entschieden.


Der Marktplatz weist einige Defizite auf, die mit der Umgestaltung beseitigt werden sollen:

1. Aufenthaltsqualität mit einladenden Sitzgelegenheiten, ansprechenden Spielmöglichkeiten und belebenden Akzenten fehlen

2.Hochbeete, die eine optimale Anordnung der Wochenmarktstände und eine bestmögliche Platznutzung bei Stadtfesten, sportlichen Großveranstaltungen und sonstigen Anlässen verhindern

3.Die Außen-Gastronomie muss an Markttagen „Platz machen" für die Marktstände. Das behindert Investitionen in höherwertige ortsfeste Außenmöblierung.

4.Fehlen von ausreichender Infrastruktur wie Versorgungs- und Entsorgungsanlagen für Wochenmarkt und Veranstaltungen

5.ein ungünstig platziertes Spielgerät, das aufgrund ständiger wiederkehrender Verschmutzung mit Vogelschmutz kaum benutzbar ist

6. Erscheinungsbild erscheint „in die Jahre gekommen"

 

Warum können diese Defizite nicht punktuell beseitigt werden? Warum der große Wurf mit einer kompletten Neugestaltung?


Hierfür gibt es mehrere Gründe:

Untergrund ist nicht ausreichend tragfähig

Untersuchungen haben bestätigt ist, dass die Standfestigkeit des Marktpflasters verloren geht, sobald im Bereich der konzentrischen Ringe an mehreren Stellen Eingriffe vorgenommen werden. Der Untergrund der Pflasterflächen  ist nämlich aufgrund nicht regelkonformer Aufbaustärken des Pflasterbettumgsmaterials nicht ausreichend tragfähig. Dass noch keine größeren Schäden aufgetreten sind, ist einer Besonderheit geschuldet:

Aktuell liegt das Pflaster innerhalb der Ringe auf Spannung und stabilisiert sich hierdurch in der Fläche. Bauliche Eingriffe würden diesen Verbund nicht rekonstruierbar auflösen und gingen wegen der nicht ausreichenden Bettung zu Lasten der Tragfähigkeit. Keine Baufirma könnte hierfür eine Gewährleistung übernehmen. Die Folge wäre die  Grundsanierung einer solchen kleineren Lösung in wenigen Jahren.

Dass die Frage eines DIN-konformen Unterbaus entscheidend sein kann, wird aktuell am Beispiel der Ruggestraße schmerzlich deutlich: hier befindet sich die Stadt Oelde im Rechtsstreit mit der bauausführenden Firma, weil eben nicht regelkonform gearbeitet wurde, sodass sich das Pflaster bereits nach wenigen Jahren lockerte.


Die Umgestaltung des Marktplatzes ist förderfähig, Flickarbeiten als Bauunterhaltung nachvollziehbarerweise aber nicht

Im Planungswettbewerb war für die Umgestaltung des Marktplatzes eine Größenordnung von ca. 200 € / qm (netto, reine Baukosten) vorgegeben. Hinzu kommen Kosten für Provisorien während des Baus, Honorare, Gutachterkosten, besondere Ausstattungselemente etc. Je nach Vertiefung des jetzt vorliegenden Vorentwurfs zur Gestaltung und je Größe des Gesamtbereiches, der umgestaltet werden soll, können die Gesamtkosten variieren. So ist bspw. noch offen, ob die bisherige „Rückseite" der St. Johannes-Kirche zum Carl-Haver-Platz miteinbezogen werden soll.

Nach positiven Gesprächen mit der Bezirksregierung ist die Maßnahme grundsätzlich förderfähig und kann mit 50 % aus dem Städtebauförderprogramm „Aktive Ortsteilzentren" als Teil des Masterplans Oelde Innenstadt gefördert werden.

Diese Investitionsförderung mit einer Zweckbindung von 20 Jahren ist nicht möglich bei kleineren Eingriffen und bei Maßnahmen, die aufgrund ihrer nicht DIN-gerechten Bauweise erwarten lassen, dass sie diesen Zeitraum nicht überdauern, weil sie nicht dem Stand der Technik entsprechen.

Auch sind die zahlreichen Einzeleingriffe (neue Infrastruktur, neue Sitzgelegenheiten, neue Spielmöglichkeiten, Entfernung der Hochbeete) unter dem Strich nicht kostengünstiger als der Eigenanteil der Stadt Oelde bei einer geförderten Umgestaltung des Marktplatzes. Bei einer Umgestaltung des Marktplatzes wären zudem die Pflasterung, der Untergrund und sämtliche Leitungen erneuert und eine dauerhafte Lösung realisiert.


„Schlüsselprojekt Marktplatz" ermöglicht  Förderzugang für weitere Projekte

Im Masterplan Innenstadt, der Grundlage und Leitlinie für alle innerstädtischen  Fördermaßnahmen ist, sind neben dem Schlüsselprojekt Umgestaltung Marktplatz weitere 34 größere und kleinere Projekte aufgeführt, die der Zukunftssicherung der  Oelder Innenstadt dienen und als Einzelmaßnahmen nicht förderfähig sind. Das von der Bezirksregierung unterstützte „Schlüsselprojekt Marktplatz" eröffnet daher die Möglichkeit, eine Förderung für die Umgestaltung des Marktplatzes selbst als auch aller weiterer Maßnahmen zu erreichen.  


Entwicklung in der Innenstadt


Unsere Innenstadt steht, wie viele vergleichbare Innenstädte, unter einem erheblichen Wettbewerbsdruck. Neben der Konkurrenz anderer Städte und Standorte hat sich in den letzten Jahren vor allem das Internet als neuer Vertriebsweg etabliert. Auf diese Weise fließt Kaufkraft aus Oelde ab. Die gesunkene Besucherfrequenz in der Innenstadt spüren auch andere Branchen außerhalb des Einzelhandels, wie z.B. die Gastronomie oder Dienstleistungen.

Die Umgestaltung des Marktplatzes ist eine Schlüsselmaßnahme zur Attraktivierung der Oelder Innenstadt. Im integrierten Entwicklungskonzept für die Innenstadt („Masterplan Innenstadt"), im Stadtmarketingprozess und in der allgemeinen öffentlichen Diskussion wird seit langem eine Aufwertung dieses zentralen Platzes der Innenstadt Oelde gefordert.

Neben der allgemeinen Zielsetzung, dass die Neugestaltung des Marktplatzes zu einer Aufwertung der Innenstadt beitragen soll, gilt es folgende Eckpunkte zu berücksichtigen:


  • Es soll ein multifunktional nutzbarer Stadtplatz entstehen, der gleichermaßen für den Wochenmarkt wie auch für temporäre Veranstaltungen und Außengastronomie genutzt werden kann.
  • Die Aufenthaltsqualität auf dem Platz soll erhöht werden.
  • Der Marktplatz soll als Schnittpunkt der „bebauten Achse" (Fußgängerzone) und dem „grünen Band" (Verknüpfung Rathausbach - Axtbach / Vier-Jahreszeiten-Park) erlebbar gemacht werden.
  • Die Barrierefreiheit soll verbessert werden.
  • Der Marktplatz soll gestalterisch mit den angrenzenden Bereichen (Fußgängerzone, Carl-Haver-Platz, Herrenstraße) harmonieren.
  • Die geplanten Eingriffe sollen behutsam, weit möglichst unter Erhalt der bestehenden Materialität erfolgen.


Im Zusammenhang mit dem Markenprozess der Stadt Oelde fand im März 2017 eine Befragung von Innenstadtkunden, Gewerbetreibenden, Gastronomen, Dienstleistern und Immobilieneigentümern der Innenstadt statt. Gefragt war sowohl die Sichweise von Passanten, als auch die Einschätzung von Gewerbetreibenden und Immobilieneigentümern in der Innenstadt. Als Konsequenz aus Befragungsergebnissen sollten zudem folgende Aspekte eine Rolle spielen:


  • Der Marktplatz bildet das Zentrum der Fußgängerzone.
  • Pflanzen / Begrünung sollen auch künftig als Gestaltungselemente erlebbar sein.
  • Der Marktplatz soll in seiner Funktion als Spielpunkt aufgewertet werden.
  • Die Gestaltung sollte grundsätzlich für alle Generationen attraktiv sein, so dass er gleichermaßen die (älteren) Stammbesucher anspricht als auch Qualitäten für jüngere Menschen bietet.
  • Durch die Steigerung der Aufenthaltsqualität gilt es, die Kunden wie Innenstadtbesucher zum Verweilen einzuladen. Attraktive Sitzgelegenheiten spielen dabei eine große Rolle.
  • Die Gestaltung des Marktplatzes soll seine Funktion als Standort des Wochenmarktes unterstützen.


Darüber hinaus hat im August 2017 eine Online-Befragung zur Marktplatzgestaltung stattgefunden. Damit die Planungsbüros auch die Interessen der Bürgerinnen und Bürger berücksichtigen, bestand für alle Interessierten die Möglichkeit, online ihre Ideen, Wünsche und Anregungen für die Planungen zu äußern.


Fragebogen für Innenstadtkunden
Fragebogen für Gewerbetreibende, Dienstleister, Gastronome und Immobilieneigentümer
Ergebnisse der Innenstadtbefragung
Öffentliche Präsentation des Büros Heinze und Partner

Die Befragungsergebnisse gehen in den Wettbewerb zur Neugestaltung des Marktplatzes ein. Sie dienen ebenfalls als Grundlage für die anstehende Neuausrichtung einer Stadtmarke Oelde, die mit neuen Kommunikations- und Imagemaßnahmen ab 2018 umgesetzt werden soll.

Ergebnisse der Online-Beteiligung vom 12. - 29. August 2017


Was gefällt Ihnen am Oelder Marktplatz? Welche Punkte müssten dringend angepackt werden? Was wünschen Sie sich, damit der Marktplatz zu einem attraktiven Aufenthaltsort in der Oelder Innenstadt wird?

Bevor sich die Planungsbüros mit ihrer Aufgabe der Umgestaltung des Oelder Marktplatzes konkret auseinander setzen konnten, wollten wir gerne von Ihnen erfahren, was Ihnen an dem Platz gefällt, was verbesserungswürdig ist, ob Sie konkrete Ideen und Wünsche haben, die in die Planungen einfließen sollten. Damit die Planungsbüros auch die Interessen der Bürgerinnen und Bürger berücksichtigen, bestand für alle Interessierten die Möglichkeit, online ihre Ideen, Wünsche und Anregungen für die Planungen zu äußern.

Übersicht der Anregungen aus der Online-Beteiligung: